Erinnerung an die Blankenburgerin Marie Grünberg

Veröffentlicht am 21.01.2019 in Allgemein

Heute wäre die Blankenburgerin Marie Grünberg 116 Jahre alt geworden. In Pankow ist sie Namensgeberin einer Straße im östlichen Blankenburg. In der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem Yad Vashem gilt sie seit 1984 als „Gerechte unter den Völkern“. Lesen Sie mehr auf der nächsten Seite:

 

 

Marie Grünberg kam Ende der 20er Jahre nach Berlin und lernte hier den jüdischen Ladenbesitzer Kurt Grünberg kennen, den sie 1930 heiratete. Trotz der Herabwürdigung ihrer Partnerschaft durch die Nationalsozialisten als „Mischehe“ lebten sie auch nach 1933 gemeinsam in einer Wohnung in Mitte und in einem Sommerhaus in der Ziegelstraße 30 in Blankenburg.

Während der Pogromnacht 1938 wurde Kurt Grünberg in das KZ Sachsenhausen gebracht und dort wie viele andere „unerwünschte Personen“ schwer misshandelt. Zu Weihnachten wurde er krank und verwundet entlassen. Seinen Laden in Weißensee musste er an sogenannte „Arier“ abgeben und sich zur Zwangsarbeit verpflichten. Dank des Gemüse- und Obstanbaus in Blankenburg konnte sich das Ehepaar mit Nahrungsmitteln versorgen. In den folgenden Jahren verschlimmerten sich die Lebensbedingungen für jüdische Berliner stetig. Die Angst vor einer erneuten Verschleppung war ständiger Begleiter.

Am 27.02.1941 fand die sogenannte „Fabrikaktion“ statt. Dabei wurden die letzten 11.000 jüdischen Berliner festgenommen. Diese waren bis dahin „verschont“ geblieben, da sie als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden oder Ehepartner in einer „Mischehe“ waren. 9.000 von ihnen wurden direkt nach Theresienstadt und in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Gegen die Verhaftungen gingen etwa 2.000 Berliner auf die Straße, von denen die meisten Ehefrauen der Gefangenen waren und forderten die Freilassung. Der „Rosenstraße-Protest“ war der größte Protest während der Herrschaft der Nationalsozialisten. Tatsächlich gelang es, die Ehepartner zu befreien.

Marie und Kurt Grünberg versteckten fortan vier Personen, die der Verhaftung entkommen waren und deren Entdeckung zum Tode geführt hätte. Nachdem die Wohnung des Ehepaars in Mitte ausgebombt worden war, mussten alle sechs im kleinen Sommerhaus in Blankenburg unterkommen. Marie Grünberg musste mit nur zwei Lebensmittelkarten und dem eigenen Obst und Gemüse alle sechs Leute versorgen.

Kurz vor dem Ende des Krieges wurde Kurt Grünberg erneut in das KZ Sachsenhausen deportiert. Er überlebte, blieb aber bis zu seinem Tod schwer krank. Marie Grünberg überlebte den Krieg, ebenso wie die vier Personen, die sie versteckte, versorgte und rettete: Martin Grünberg, Oskar Ostaszewer, Gertrud Dobrin und Richard Klindzahn.

Der Runde Tisch Blankenburg setzte sich 2016 für eine Umbenennung der “Straße 46” in “Marie-Grünberg-Straße” ein. Trotz des Protestes von Anwohnern trägt die Straße, in deren Nähe das Sommerhaus der Grünbergs steht, heute ihren Namen und erinnert an ihren selbstlosen und mutigen Einsatz für das Leben von Menschen.

 

Heute noch Mitglied werden!

Besuchen Sie uns auf Facebook

Machen Sie mit beim Blankenburger Süden

Sie wollen beim Beteiligungsverfahren zum Blankenburger Süden mitmischen? Dann melden Sie sich hier an und kommen Sie zur nächsten Bürgerwerkstatt.

Ehrenamtlich aktiv für Blankenburg und Heinersdorf

Die Zukunftswerkstatt Heinersdorf    

Der Runde Tisch Blankenburg 

 

Nächste Termine

Alle Termine öffnen.

10.03.2020, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr Abteilungsversammlung

14.04.2020, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr Abteilungsversammlung

12.05.2020, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr Abteilungsversammlung

Alle Termine

Counter

Besucher:54081
Heute:18
Online:2

Aktuelle Artikel

25.02.2020 19:48 Bärbel Bas zu Gutachten Personalbedarf Pflege
Gute Pflege braucht genügend Pflegekräfte Das Gutachten Personalbedarf Pflege liefert aus Sicht von SPD-Fraktionsvizin Bärbel Bas eine gute Grundlage für einen bedarfsgerechten, bundeseinheitlichen Personalschlüssel.  „Für gute Pflege brauchen wir genügend Pflegekräfte. Das vorliegende Gutachten liefert dafür eine gute Basis. Auf dieser Grundlage müssen wir nun einen bedarfsgerechten, bundeseinheitlichen Personalschlüssel für Pflegeheime umsetzen. Wir brauchen mehr Personal

19.02.2020 13:48 Rolf Mützenich zu Grundrente
Die Grundrente soll pünktlich und wie geplant zum 1. Januar 2021 in Kraft treten. Fraktionschef Rolf Mützenich freut sich, dass sich unsere Beharrlichkeit gelohnt hat. „Die Beharrlichkeit der SPD hat sich gelohnt. Die Grundrente ist endlich auf dem Weg. Wer Jahrzehnte für niedrigen Lohn gearbeitet hat, verdient im Alter ein ordentliches Auskommen. Die Grundrente ist

19.02.2020 13:20 Högl/Fechner zu Bekämpfung von Rechtsextremismus und Hasskriminalität
Hass und Hetze im Netz nehmen zu, gerade von Rechtsextremisten und oft gegen Frauen. Weil aus Worten oft Taten werden, werden wir mit dem Gesetz zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität weitere wirksame Maßnahmen ergreifen. Wir unterstützen den Gesetzesentwurf von Justizministerin Christine Lam-brecht, der heute im Kabinett verabschiedet wurde, ausdrücklich. „Alle Statistiken zeigen, dass

Ein Service von websozis.info