Heinersdorf

Heinersdorf war bis zur Bildung Groß-Berlins 1920 eine selbstständige Landgemeinde im Norden Berlins, die mit 1006 Einwohnern als Ortsteil Berlin-Heinersdorf zum neuen Bezirk Pankow eingemeindet wurde. Geschichte Heinersdorf wurde 1319 erstmals urkundlich erwähnt, als es für 150 Mark brandenburgischen Silbers als Hinriksdorf von Markgraf Woldemar an das Heiligengeisthospital in Berlin verkauft wurde. Danach wechselte es mehrfach den Besitzer. Entlang der Bahnlinie nach Bernau bei Berlin entstand seit etwa 1900 nach Norden hin eine Ortserweiterung in offener Bauweise mit Siedlungshäusern. Der historische Dorfkern um die Kirche blieb weitgehend erhalten. 1890 wurde der städtische Friedhof angelegt und von der zunehmenden Zahl der Heinersdorfer Einwohner genutzt. Hier befindet sich auch eine Sammelgrabanlage für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, bemerkenswert ist das Grab des Senffabrikanten Tinius. Nachdem Heinersdorf 1920 in den neuen Bezirk Pankow eingemeindet wurde, kam es 1985 zusammen mit Blankenburg und Karow zum Bezirk Weißensee. Im Rahmen der Bezirksfusion 2001 kam es mit der Ortsteilnummer 0304 wieder zum Großbezirk Pankow. Politik Im Frühjahr 2006 erregte die Absicht der Berliner Ahmadiyya Muslim Dschamaat öffentliche Aufmerksamkeit, auf einem von ihr erworbenen Grundstück in der Tiniusstraße die Chadidscha-Moschee zu errichten. Es ist nach 1923 der zweite Versuch der Ahmadiyya-Gemeinde, in Berlin eine Moschee zu errichten. Da hinsichtlich des Baurechts keine Versagungsgründe vorlagen, hat das Bezirksamt den Bauvorbescheid positiv beschieden. Gegen das Vorhaben gründete sich eine Bürgerinitiative und verschiedene Gruppen, insbesondere die lokale CDU-Organisation, aber auch die NPD organisierten Protestmärsche, wogegen es andererseits Proteste seitens linker Gruppen gab. Initiativen der Bürgerinitiative, ein Bürgerbegehren gegen den Moscheebau einzuleiten, wurden vom Bezirksamt als unzulässig zurückgewiesen. Als Reaktion auf die Bürgerproteste in Heinersdorf gründete sich im November 2006 eine Initiative, deren Ziel es ist, für ein tolerantes und lebenswertes Heinersdorf zu werben. Nachdem das Bezirksamt Ende Dezember 2006 die Baugenehmigung erteilte, wurde am 2. Januar 2007 der Grundstein für die Moschee gelegt. Ebenfalls als Reaktion auf die gemeinsamen anti-islamischen Proteste von Pankower Bürgern und Neonazis gründete sich Mitte 2006 das antirassistische Heinersdorf-Bündnis „Kein Raum dem Rassismus“. Verkehr Der Bahnhof Berlin-Pankow Heinersdorf (mit dem Kürzel BPHD) an der Stettiner Bahn wurde am 1. Oktober 1893 eröffnet, seit dem 8. August 1924 erfolgt hier elektrischer S-Bahn-Betrieb. Das an den Bahnhof angrenzende Bahnbetriebswerk mit Wasserturm und Ringlokschuppen wurde Ende der 1990er Jahre stillgelegt. Sehenswürdigkeiten
  • Heinersdorfer FeldsteinkircheFeldsteinkirche um 1300 mit Renaissance-Taufstein von 1621 und nachträglich angebauter Seitenkapelle mit Netzrippengewölbe. Der Westturm wurde 1893 erneuert, das Pfarrhauses 1909 von Carl James Bühring angebaut. Die beiden Ostfenster sind Werke von Charles Crodel (1946).
  • Altes Spritzenhaus von 1750
  • Wohnhaus eines Pferdehändlers von 1780
  • Kleingartenanlage Märchenland von 1939 zwischen Heinersdorf und Malchow von 1939 mit knapp 18 Hektar.
  • Wasserturm Heinersdorf
Persönlichkeiten in oder aus Heinersdorf
  • Erich Campe, Boxer aus Heinersdorf, u. a. Silbermedaillengewinner der Olympische Sommerspiele 1932 in Los Angeles, mehrfacher Deutscher Meister im Weltergewicht.
  • Gottfried Engler, Viktualienhändler aus Heinersdorf, wurde 36-jährig einer von 274 Märzgefallenen.
  • Erich Ryneck (1899–1976), Gegner der Nationalsozialisten, 1945–1948 Bürgermeister in Pankow-Heinersdorf, Kritiker der Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED
  • Karl-Heinz Spieckenagel (* 17. Januar 1932 in Heinersdorf), Fußball-Torhüter bei Einheit Pankow und FC Vorwärts (Berlin) sowie der DDR-Fußballnationalmannschaft
Quelle: wikipedia.de
 

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